Dachausbau im Hörnle

Der Ausbau der Reihenhäuser im Hörnle zur Vergrößerung der Wohnfläche ist ein lange gehegter, aber auch umstrittener Wunsch. Der Bürgerverein hat im Jahr 2002 eine Umfrage durchgeführt, nach der das Thema Bebauungsplanänderung offiziell vom Gemeinderat aufgegriffen wurde.

Wir dokumentieren hier die Meilensteine der bisherigen Entwicklung (neuste zuerst):


Dachausbauten im Hörnle in Bundesforschungsprogramm aufgenommen (Dezember 2005)

Einer Pressemitteilung des Innenministeriums Baden-Württemberg entnehmen wir, dass die Dachausbauten im Hörnle als Modellvorhaben in ein Forschungsprogramm des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung aufgenommen worden sind:

"Die Stadt Marbach am Neckar habe sich mit ihrer Idee zur Entwicklung des einstigen Vorzeigeprojekts 'Hörnle' beworben, einer überwiegend aus Reihenhäusern bestehenden Nachkriegssiedlung. Ziel sei die Anpassung an heutige Wohnbedürfnisse. Die Stadt wolle diese Entwicklung mit einem Bebauungsplan steuern und damit im beginnenden Generationenwechsel Eigentümern, Erben und Erwerbern Rechtssicherheit für eine zeitgemäße Modernisierung und Wohnflächenerweiterung verschaffen. Besonders jungen Familien solle die Entscheidung über den Erwerb und den Umbau erleichtert werden. 'Das Innenministerium freut sich über die Initiativen der beiden Städte und unterstützt diese nachdrücklich', sagte [Innenminister] Rech. Er gehe davon aus, dass die Erfahrungen aus diesen Modellprojekten auch für andere Kommunen des Landes von Nutzen sein werden."

Wir freuen uns auch, dass die Stadt ihre frühere skeptische Haltung überwunden hat und nun sogar soweit hinter dem Vorhaben steht, dass sie es als Wettberwerbsbeitrag eingereicht hat. Und wir freuen uns doppelt, dass das hiesige Vorhaben mit nur fünf weiteren Projekten bundesweit tatsächlich Fördermittel aus dem Forschungsprogramm Experimenteller Wohnungs- und Städtebau "ExWoSt" des Bundes erhalten kann.

Die Ludwigsburger Forschungsgruppe Stadt+Umwelt hat den Forschungsantrag zusammen mit der Stadt Marbach vorbereitet und will interessierte Bauherren nun auch in der Praxis unterstützen. Dipl. Ing. Steffen Speidel erklärte in einem ersten Gespräch mit dem Bürgerverein:

"Trotz des leicht Besorgnis erregenden Namens des Forschungsprogramms geht es natürlich nicht um Experimente beim Bauen. Der Name soll vielmehr ausdrücken, dass in diesem Projekt einzigartige und nützliche Dinge für Bauherren entwickelt und eingesetzt werden können, die sonst aus Zeit- und Kostengründen nicht möglich wären. Das könnten zum Beispiel Handwerker-Kooperationen, professionell organisierte Ausschreibungen oder eine Bauherrenfibel sein. Gefördert wird jeweils der forschungsbedingte Mehraufwand."

Natürlich werden wir die Entwicklung aktiv begleiten und Sie auf dem Laufenden halten. Interessierte Bauherren können sich gerne bereits jetzt mit uns in Verbindung setzen.


Gemeinderatsbeschluss vom 12. Mai 2005

Am 12.5.2005 hat der Gemeinderat bei seiner Sitzung im Hörnle mit 20 Ja- und 4 Nein-Stimmen überraschend deutlich dem Vorentwurf des Bebauungsplans "Hörnle" - 4. Änderung des Stadtbauamtes Marbach am Neckar vom 29. März 2005 zugestimmt. Damit ist der Weg für die Dachaufbauten faktisch frei, wenn auch mit einigen Einschränkungen (vgl. die Sitzungsvorlage).


Vermessungsarbeiten im Hörnle im Frühjahr 2004

Ein Vermessungsbüro beginnt im Frühjahr 2004 mit Vermessungsarbeiten, die die Grundlage für den neuen Bebauungsplan liefern sollen. Die Kosten dafür werden von der Stadt Marbach getragen. Dennoch erhalten viele Hausbesitzer im Laufe des Jahres einen Gebührenbescheid des Staatlichen Vermessungamtes Bietigheim-Bissingen. Warum?

Bereits im Dezember 2003 hat ein Schreiben der Stadt darauf hingewiesen, dass neu errichtete Gebäude und Anbauten, die nicht im Liegenschaftskataster des Landes verzeichnet sind, auf Kosten der Grundstückseigentümer dort nachgetragen werden müssen. Leider reichen die Bau- und Lagepläne, die zusammen mit einem Baugesuch ja ohnehin eingereicht werden, offenbar dafür nicht aus (so jedenfalls die Aussage eine Vermessungsbüros). Die gesetzliche Grundlage bildet das Landes-Vermessungsgesetz.


Gemeinderatsbeschluss vom 9. Oktober 2003

Mit dem hauchdünnen Vorsprung von einer Stimme hat der Gemeinderat beschlossen, die Linie seines Grundsatzbeschlusses vom Mai diesen Jahres weiterzuverfolgen und in die konkrete (und kostenverursachende) Vorbereitung für eine Bebauungsplanänderung im Hörnle einzusteigen, mit der die Aufstockung der Reihenhäuser möglich werden soll.


Gemeinderatsbeschluss vom 22. Mai 2003

Mit zwölf zu neun Stimmen (bei drei Enthaltungen) hat der Gemeinderat grundsätzlich eine Änderung des Bebauungsplans im Hörnle beschlossen, um den Weg für Dachaufbauten der Reihenhäuser frei zu machen. Der Beschluss wurde gefasst mit den Stimmen von SPD, Grünen und Teilen der FWW und FDP gegen die Vorlage der Verwaltung.


Umfrage zum Dachausbau im Dezember 2002

Der Bürgerverein hat im Dezember 2002 eine anonyme Umfrage unter allen Reihenhausbewohner/inne/n durchgeführt, um das konkrete Interesse an einem Dachausbau festzustellen. (Den Text der Umfrage finden Sie weiter unten auf dieser Seite.)

Wir haben von 341 ausgegebenen Fragebögen 115 zurückerhalten, zum Teil mit umfangreichen und wertvollen Anmerkungen. Für diese sehr gute Antwortquote (33,72%) und vielleicht auch Ihre Beteiligung recht herzlichen Dank!

Wir haben die Ergebnisse in diesen Tagen der Stadt Marbach übergeben und auch noch einmal in der Presse vorgestellt und hoffen, damit einen konstruktiven Beitrag in der Ausbaudiskussion zu leisten.

Die wichtigsten Ergebnisse stellen wir Ihnen im folgenden vor.

Nähere Informationen erhalten Sie gerne unter den angegebenen Kontaktmöglichkeiten.

Ergebnisse

In Frage 4 hatten wir um die Bewertung der eigenen Wohnraumsituation gebeten, mit folgendem Ergebnis (absolute Zahlen):

Bewertung                 des eigenen Wohnraums

In Frage 5 wurde nach den eigenen Ausbauplänen in zeitlicher Hinsicht gefragt. Die Antworten verteilen sich so (absolute Zahlen):

Zeitplan für                 den eigenen Ausbau

Hier spiegelt sich offensichtlich die Verteilung der Haushaltsgrößen in den Reihenhäusern wider, nach der wir in Frage 3 gefragt hatten. Das Ergebnis zeigt einen hohen Anteil von 2-Personen-Haushalten:

Personen
(Haushaltsgröße)
Anzahl
1 15
2 48
3 16
4 18
5 8
6 1
keine Angabe 9
Gesamtergebnis 115

In Frage 6 hatten wir gefragt, welche Ausbauvariante jeder selbst bevorzugen würde (wenn überhaupt). Betrachtet man zunächst pauschal dieses Eigeninteresse unabhängig von den baulichen Varianten, so ergibt sich folgendes Bild je nach Haushaltsgröße (absolute Zahlen):

Personen
(Haushaltsgröße)
wollen nicht ausbauen wollen ausbauen keine Angabe
1 12 3  
2 36 12  
3 5 10 1
4 1 17  
5 1 7  
6   1  
keine Angabe 6 3  
Summe 61 53 1

Unter den bevorzugten Ausbauvarianten für den eigenen Ausbau ist der vollständige Dachausbau der deutliche Favorit (absolute Zahlen, viele Mehrfachnennungen):

Bevorzugte                   eigene Ausbauvariante

Frage 7 schließlich war die Frage nach der bei den unmittelbaren Nachbarn tolerierte Ausbauvariante. Deutlich sieht man hier, dass sehr viele Mitbürger Verständnis für einen Ausbau des Nachbarn haben, auch wenn bei ihnen selbst kein Ausbauinteresse besteht. Erfreulich, wie sich der legendäre "Hörnlesgeist" in unserer Statistik wiederfindet! Zunächst das pauschale Ergebnis nach Haushaltsgröße:

Personen
(Haushaltsgröße)
akzeptieren keinen Ausbau des Nachbarn akzeptieren einenAusbau des Nachbarn keine Angabe
1 2 11 1
2 21 25 2
3 2 14  
4   16 2
5   8  
6   1  
keine Angabe 2 6 1
Summe 27 81 6

Nach Ausbauvarianten unterschieden ergibt sich folgendes Bild zu Frage 7 (absolute Zahlen, viele Mehrfachnennungen):

Bevorzugte                    Ausbauvariante beim Nachbarn

Viele Teilnehmer/innen habe auch die Möglichkeit zu Anmerkungen genutzt – hier ist besonders häufig die Frage gestellt worden, ob nicht eine geringere Höhe der Aufstockung bzw. eine großzügige Gaubenlösung einen Kompromiss zwischen Bedürfnis und Ästhetik darstellen würden.

Zusammenfassung

Die Umfrage des Bürgervereins Hörnle & Eichgraben e.V. zum Dachausbau hat gezeigt, dass im Hörnle ein konkreter Bedarf zur Schaffung von mehr Wohnraum existiert. Dabei ist der vollständige Dachausbau die deutlich favorisierte Variante, sowohl für die eigenen Pläne, als auch im Hinblick auf die Akzeptanz nachbarschaftlicher Aufbauten.

Die Akzeptanz generell ist erfreulich hoch, auch unabhängig von den eigenen Ausbauplänen. Knapp die Hälfte der befragten Zwei-Personen-Haushalte ist jedoch prinzipiell gegen alle Ausbaupläne ihrer Nachbarn.

Angesichts der bekannten Altersstruktur im Hörnle, die eine deutliche Zunahme junger Familien erwarten lässt, wird sich der vorliegende Bedarf weiter verstärken.

Umfragetext

Mit folgendem Text hatten wir uns im Dezember 2002 an die Reihenhausbewohner/inne im Hörnle gewandt:

Die Ausgangslage

Die Reihenhäuser im Hörnle entsprechen mit ihren gut 80 qm nicht den heutigen Bedürfnissen eines familiengerechten Wohnens. Dem berec-tigten Anliegen, durch bauliche Erweiterungen mehr Wohnraum zu schaffen, trägt der aktuelle Bebauungsplan dadurch Rechung, dass er eine einstöckige Erweiterung in Richtung Garten zulässt.

Immer wieder wurde darüber hinaus der Wunsch geäußert, die Wohnsituation durch Dachausbauten zu verbessern. Ein Dachausbau erfordert die Aufstockung des Dachbodens, was dem derzeitigen Bebauungsplan widerspricht. Der Ausspracheabend am 15. Oktober 2002 hat deutlich gemacht, dass Dachausbauten in der unten dargestellten Form sowohl in technischer wie auch in statischer Hinsicht möglich sind. Neben einer Änderung des Bebauungsplans ist aber die Zustimmung der Nachbarn unbedingt erforderlich, da betroffene Nachbarn einen Ausbau unter Berufung auf das "Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme" unter Umständen gerichtlich verhindern können.

Für den Dachausbau hat die Stadt unlängst zwei Modelle untersuchen lassen: Eine Gesamtaufstockung um 2,10 Meter und die so genannte "Rucksacklösung", bei der nur ein innerer Teil des Daches erhöht wird (siehe dazu die folgende Zeichnung). Die aktuellen Gutachten erwarten nach Angaben der Stadt Marbach für die Gesamtaufstockung Kosten von ca. 75.000 EUR, für die statisch aufwendigere Rucksacklösung ca. 100.000 EUR (wohl bei vollständiger Fremdleistung).

Skizze verschiedener                  Ausbauvarianten

	  Umfrage zum Dachausbau der Reihenhäuser im Hörnle

	  (Bitte pro Haushalt nur einen Fragebogen ausfüllen und bis zum
	  14. Dezember 2002 abgeben.)

	  1. Ich wohne/wir wohnen in
	  [ ] einem Reihenhaus
	  [ ] einer Doppelhaushälfte.

	  2. Ich bin/wir sind
	  [ ] Mieter
	  [ ] Eigentümer
	  dieses Hauses.

	  3. In meinem/unserem Haushalt leben derzeit (oder demnächst) ___
	  Personen, davon ___ Kinder/Jugendliche.

	  4. Meine/unsere Wohnraumsituation
	  [ ] ist zu weitläufig
	  [ ] ist in Ordnung
	  [ ] ist etwas beengt
	  [ ] muss dringend erweitert werden.

	  5. Ein Ausbau meines/unseres Hauses interessiert mich/uns
	  [ ] nicht (bitte weiter mit Frage Nr. 7)
	  [ ] kurzfristig (in den nächsten 1-2 Jahren)
	  [ ] mittelfristig (in den nächsten 3-5 Jahren)
	  [ ] langfristig (darüber hinaus).

	  6. Wenn ich ausbaue/wir ausbauen, möchte ich/möchten wir am
	  liebsten
	  [ ] einstöckig in Richtung Garten ausbauen
	  [ ] den Dachboden komplett aufstocken
	  [ ] das Dach wie in der "Rucksacklösung" aufstocken
	  [ ]

	  Bitte ggf. kurz begründen:


	  7. Wenn mein/unser unmittelbarer Nachbar ausbauen sollte, würde
	  ich/würden wir folgende Lösungen akzeptieren (hier sind mehr-
	  fache Angaben möglich):
	  [ ] keine
	  [ ] einen Ausbau einstöckig in Richtung Garten
	  [ ] eine vollständige Dachboden-Aufstockung
	  [ ] die Dachaufstockung als "Rucksacklösung"
	  [ ]

	  Bitte ggf. kurz begründen:

	  8. Ggf. weitere Bemerkungen:
	


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Letzte redaktionelle Änderung 2005/12/19 21:31:31 Heinz Werner Kramski-Grote